Herzlich Willkommen in Bretten

eine Leidenschaft, die uns ganz erfüllt.

„Es ist ein Segen, wenn man eine Leidenschaft hat, die einen ganz erfüllt.“ Wer das Peter-und-Paul-Fest kennt, weiß, wovon Theodor Fontane spricht. Diese Leidenschaft teilen Tausende Aktive, die Jahr für Jahr die Brettener Zeitmaschine zum Laufen bringen. Sie teilen sie mit tausenden Gästen, die immer wiederkommen. Das ist kein Zufall, das ist: ein Segen. Das Wort kommt vom lateinischen „signum“ – dem „Zeichen“. Eine auf uns gerichtete Hand, ein Kreuzzeichen, eine Geste, die seit über 2000 Jahren die Menschen begleitet. Ein Zeichen der Zuwendung, auch über den christlichen Ursprung hinaus. Und so passt es gut, dass es in diesem Jahr erstmals auf dem Peter-und-Paul-Fest möglich ist, kirchlich zu heiraten, und Menschen sich segnen lassen können. Das geht auch spontan, überkonfessionell und unter freiem Himmel. Die „Agentur für Segen“ des evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal ist Initiatorin dieser Agora inmitten historischen Treibens und holte dazu auch die katholische Kirche ins Boot. 15 Paare haben sich bereits angemeldet.

Unser Fest ist nach den „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus benannt. Dass die beiden namensgebend wurden, liegt an einem allseits bekannten Ereignis: Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde Bretten von den Truppen des Herzogs Ulrich von Württemberg belagert. Nach drei Wochen gelang der ebenso tapferen wie cleveren Bürgerschaft am 28. Juni ein erfolgreicher Ausfall, einen Tag vor dem kirchlichen Hochfest Peter und Paul. Ein Segen wird das gewesen sein für die Menschen hier anno 1504. Erleichterung, Aufatmen, Frieden. Genau das feiern wir seither Jahr für Jahr: nicht den Krieg, sondern sein Ende. Nicht die Waffe, sondern die Versöhnung. Dafür werfen wir uns in Schale und geben auch dem Entree des Festgeländes ein feierliches Gesicht: Ehrenpforten als Schmuck für besondere Anlässe sind seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Wir freuen uns sehr, mit einer prachtvollen Pforte anstelle eines Stadttores in der Pforzheimer Straße wieder einen ersten würdigen Eingang ins Festgeschehen zu haben.

Über 140 Einzelveranstaltungen stehen auf dem Programm: jede Menge Gaukelei, Tanz bis tief in die Nacht, Trommeln und Fanfaren, Moritat und Theater, Marionetten- und Fechtkunst, Jonglage und Narretei, Zauberei und „allerley Lied“. Natürlich fehlen auch die Schlacht um Brettheim, der Große Zapfenstreich, der Pestzug, das Feuerwerk, der große Festzug durch die Innenstadt und der traditionelle Schwartenmagenumzug nicht. Und schon gar nicht das beliebte Kinderfest „Vom Knappen zum Ritter“. Allerhand Geschichte gibt es an vier Tagen zu erleben. Für die Brücke ins Hier und Jetzt sorgen Rock und Pop auf der Marktplatzbühne mit Heartbreakers, Realusion, neun.live, DJ Thomas, Knutschfleck und Sudden Inspiration.

Sein 90-jähriges Bestehen beging der „Fanfaren- und Trommlerzug Bretten“ im Dezember. Die Ausstellung zum Geburtstag wird heuer in der Sparkasse Kraichgau in der Brettener Filiale am Engelsberg gezeigt: „90 Jahre Musik, Tradition und Gemeinschaft“. Der Bilderbogen durch die Vereinsgeschichte ist dort bis zum 24. Juli zu sehen.

Keine Lust auf Warteschlange? Jetzt Online-Tickets kaufen. Bargeldlos. Das geht auch an den vier Eintrittskassen: an der S-Bahn-Haltestelle Stadtmitte (hier nur mit EC-Karte), Luisenstraße, Seedamm und Weißhofer Straße. An den anderen Eingängen ist der Zugang nur mit Ticket möglich, dort können keine gekauft werden. Wichtig beim Verlassen des Festgeländes: Wiedereintritts-Bändel geben lassen. Wer es edler mag: Bei der Tourist-Info gibt es das begehrte Lederwappen als „Festticket“.

Für alle, die bei diesem Programm nicht schon high genug sind, setzen wir noch eins drauf: Über allem dreht sich erstmals seit 2019 wieder ein Riesenrad auf der Sporgasse für großartige Blicke über die Stadt. Garniert wird es von einem kleinen Rummel mit Fahrgeschäften und (Imbiss‑)Buden.

Dass wir Peter-und-Paul 2026 feiern können, friedlich feiern können, das ist keine Selbstverständlichkeit. Auch das ist ein Segen.

Ihr & euer Thomas Lindemann
VAB-Vorsitzender, Stadtvogt